Sattel für Norweger – Passform und Merkmale

Wer einen Norweger hat, stellt bestimmte Ansprüche an einen Sattel. Der Pferderücken gibt bereits vor, wie der ideale Sattel auszusehen hat. Gerade Ponybesitzer haben oft Probleme, einen ausreichend kurzen und geschwungenen Sattel für das geliebte, runde Pony zu finden.

Welche Sättel sind speziell für Norweger geeignet? Aufgrund einer Rasse sollte kein Sattel ausgewählt werden. Es gibt jedoch einige wiederholende Merkmale bei Norwegern, die in die Sattelsuche einfließen sollten. Dies ist zum Beispiel ein rundes Pferd mit wenig Widerrist, ein kurzer Rücken sowie leichter Schwung in der Sattellage.

Merkmale der Pferderasse Norweger – und ihre Sattellage

Das norwegische Fjordpferd hat ein robustes Gebäude. Obwohl jedes Pferd eine individuelle Sattellage hat, gibt es einige wiederholende Merkmale. Viele Norweger haben:

  • einen wenig ausgeprägten Widerrist
  • eine starke Rückenmuskulatur
  • einen breiten Rücken
  • steile Schultern
  • Rückenlinie mit leichtem Schwung

Natürlich ist jedes Pferd einzigartig und dein Norweger kann völlig anders aussehen. Daher ist es immer sinnvoll, deinen Sattel nicht nach der jeweiligen Pferderasse auszusuchen. Besser ist es, wenn du deine Sattelsuche an den Merkmalen ausrichtest, die dein Pferd speziell vorgibt.

Die Mehrheit der norwegischen Fjordpferde sieht jedoch verblüffend ähnlich aus, weshalb einige der genannten Faktoren zutreffend sein könnten. Ermittle dies am besten gemeinsam mit einem Sattler an deinem Norweger. Wie ein Termin mit deinem Sattler abläuft, erklären wir dir hier.

Passform-Merkmale für Norweger

Viele Norweger haben einen sehr breiten Rücken, der eine entsprechend breite Kammer benötigt. Hierbei ist darauf zu achten, dass die Kammerweite weder zu breit gewählt wird – hier besteht die Gefahr, dass der Sattel am Widerrist zu nah kommt bzw. der Schwerpunkt nach vorne rutscht.

Noch sollte die Kammerweite gerade bei Norwegern zu eng gewählt werden. Dabei entsteht unangenehmer Druck auf die Schulter, die Beweglichkeit wird eingeschränkt und der Sattel könnte dich zu weit nach hinten setzen.

Aufgrund des kurzen Pferdekörpers ist die Auflagefläche deines Sattels von entscheidender Bedeutung.

Der Pferderücken kann nur bis zum Ende des 18. Brustwirbels Gewicht von Reiter und Sattel tragen. Bis zu diesem Brustwirbel dürfen Sattelkissen das Gewicht des Sattels abtragen. Diese vorhandene Fläche muss jedoch so gut genutzt werden, dass das Gewicht aus Reiter und Sattel optimal abgetragen werden können.

Liegt dein Sattel weiter hinten auf, ist dies für dein Pferd sehr schädlich. Der Bereich hinter dem 18. Brustwirbel kann aufgrund seiner Struktur, sowie unter anderem fehlender Unterstützung von den Rippen, kein Gewicht tragen.

Viele Norweger werden daher ohne vorhandenes Wissen mit zu langen Sätteln geritten. Dies hat weitreichende Folgen für deinen Norweger. Lies dir unseren Beitrag über die Folgen eines unpassenden Sattels durch.

Der leichte Schwung der Rückenlage deines Norwegers ist ebenfalls in die Sattelsuche mit einzubeziehen. Die Wahl der richtigen Sattelkissen, die Winkelung des Sattelbaumes sowie die passende Polsterung sind dabei zu beachten.

Typisches Passformproblem bei Norwegern: Brückenbildung

Der Sattelbaum gibt die entsprechende Winkelung des Sattels vor. Bei geschwungenen, kurzen Rücken kommt es schnell zu einer Brückenbildung unter deinem Sattel.

Um dies wirklich ausschließen zu können, solltest du mit einem kompetenten Sattler das Schweißbild beurteilen, den Pferderücken vorab genau vermessen lassen oder selbst eine Druckmessung durchführen.

Wenn dein Sattel eine Brücke bildet, bedeutet dies, dass nur der vordere und der hintere Teil des Sattels auf dem Pferderücken aufliegen. Im mittleren Teil bildet sich ein Hohlraum. Damit kommt solch ein Sattel nicht dem Ziel nach, das Reiter- und Sattelgewicht möglichst gleichmäßig auf dem Rücken zu verteilen.

Es kann auch passieren, dass du ein schief bemuskeltes Pferd hast. Dadurch bilden sich kleine, aber kaum sichtbare Brücken unter dem Sattel. Dieser ungleichmäßige Druck kann später zu schwerwiegenden Problemen werden.

Genau dieses Problem kennen wir von unserem Pony. Da man Brückenbildung teilweise selbst nicht gut erkennen kann, würden wir die immer raten, den Rücken eines stark geschwungenen Pferdes vermessen zu lassen. Nur dann kannst du gewährleisten, dass es nicht zu einer Brückenbildung kommt.

Sattelkissen für Norweger

Für Norweger kommen erstmal alle Kissenarten in Frage. Diese beziehen sich auf die Auflagefläche, die dein Norweger für einen Sattel bietet:

Man unterscheidet zwischen Keilkissen und Bananenkissen als die häufigsten Sattelkissenarten. Weiterhin gibt es noch die sogenannten französischen Kissen, die nur jeweils vorne und hinten mit dem Sattel befestigt sind, im mittleren Teil kannst du mit der Hand hindurchfassen. Dies ermöglicht eine gute Verteilung des Gewichtes aufgrund der Flexibilität.

Bananenkissen sind deine Wahl, wenn du ein Fjordpferd mit kurzem, geschwungenen Rücken hast. Diese Sattelkissen folgen dem Schwung des Sattelbaumes und laufen damit früh aus dem Rücken nach oben. Damit wird die schädliche Belastung des Lendenwirbelbereiches vermieden. Der Sattel ragt im besten Fall nicht über den 18. Brustwirbel hinaus.

Keilkissen bieten eine breitere sowie längere Auflagefläche für deinen Norweger. Wir kennen in unserem Stall ein paar größere Fjordis, die mit Keilkissen geritten werden. Abhängig ist die Anwendung immer von der maximal möglichen Auflagefläche des Sattels.

Welche Sättel kommen in Frage?

Du hattest bereits einige Sattler vor Ort, aber kein Sattel wollte richtig passen. Jetzt fragst du dich, auf welche Sattelmarken du zurückgreifen könntest. Da wir selbst keinen Norweger haben, haben wir uns für dich mal bei uns im Stall umgehört, welche Sättel bereits in Nutzung waren oder gerade sind:

Das sind erstmal die bekannten Marken, die du vielleicht schon kennst. Möglicherweise benötigt dein Norweger jedoch einen ganz anderen Sattel.

Beachte deshalb, dass jedes Pferd ein Individuum ist und du gemeinsam mit einem erfahrenen Sattler den richtigen Sattel für Norweger auswählen solltest. Dabei kommt es ebenfalls auch auf die mögliche Anpassbarkeit an.

Zusammenfassung – Sattel für Norweger

Norweger haben einen speziellen Rücken und sind dennoch Individuen. Ob gerade und rund oder kurz und geschwungen, auch dein Pferd braucht einen perfekt angepassten Sattel.

Viele Norweger haben eine kurze Sattellage mit wenig ausgeprägtem Widerrist. Zusätzlich ist die benötigte Kammerweite eher groß. Wichtig ist die Auflagefläche bestmöglich auszunutzen, da der Rücken eher breit als lang ist.

Hast du diese Merkmale im Hinterkopf bei der Sattelsuche, dann findest du auch einen passenden Sattel für deinen Norweger.